Piveau ist eine häufig genutzte Open-Source-Software für die Verwaltung von Metadaten. Unter anderem das Europäische Metadaten-Portal, mehrere Landesportale sowie Kommunen setzen auf der Lösung auf.
Im Kontext von CIVITAS/CORE ist Piveau aktuell in Version 1 integriert. Die Entscheidung für Piveau wurde Anfang 2025 in einer umfangreichen Marktsondierung auf funktionaler Ebene getroffen. Mit der Entscheidung für Piveau sollten, neben den Anforderungen an das Metadatenmanagement innerhalb des CIVITAS/CORE, auch erweitere Funktionen integriert werden, die über diese Anforderungen hinaus gehen. Damit sollte die Option einer Integrierten Metadatenverwaltung im kommunalen Raum geschaffen werden.
Für CIVITAS/CORE Version 2 hat die CIVITAS/CORE-Community nun entschieden, Piveau nicht mehr als Bestandteil des Metadaten-Managements einzusetzen.
Für den Teilbereich „Metadatenmanagement” gibt es ein fokussiertes Anforderungsprofil. Der CORE selbst muss im Kontext Metadaten folgende funktionalen Anforderungen erfüllen:
– Metadaten über Datensätze müssen über eine DCAT-AP-konforme Schnittstelle (DCAT-AP DE) extern abrufbar sein (Harvesting-Fähigkeit).
– Anonyme Nutzerinnen und Nutzer müssen öffentliche Datensätze durchsuchen und einsehen können (=Open-Data-Funktionalität sowie interne Daten durchsuchen können).
– Administratoren müssen die Sichtbarkeit und Zugriffsrechte auf Datensätze granular steuern können, sodass im CORE sowohl öffentliche als auch nicht-öffentliche Datensätze verwaltet werden können. Das bedingt die Integration in das Berechtigungskonzept des CIVITAS/CORE V2.
CIVITAS/CORE ist eine souveräne urbane Datenplattform, die als Basisinfrastruktur im öffentlichen Sektor konzipiert ist. Daraus ergeben sich entsprechend hohe Anforderungen an sämtliche Softwarekomponenten, die Teil von CIVITAS/CORE werden.
Zu den zentralen Kriterien zählen unter anderem:
– Langfristige Wartbarkeit und nachhaltige Finanzierungsfähigkeit, idealerweise getragen von mehreren Dienstleistern (Multi-Vendor-Fähigkeit)
– Breite und aktive Nutzerbasis
– Umfassende und qualitativ hochwertige Dokumentation
– Hoher Reifegrad und produktive Stabilität der Software
– OSI-anerkannte Lizenz mit Kompatibilität zur EU-PL sowie Listung auf der Positivliste von OpenCode.de (Open-Source-Plattform für die öffentliche Verwaltung)
– Möglichkeit eines professionellen, kommerziellen Supports
– Stabile und nachvollziehbare Governance sowie möglichst transparente Produktentscheidungsprozesse
– Multi-Vendor-Ansatz, sofern technisch und organisatorisch realisierbar
– Möglichst geringe Betriebs- und Wartungsaufwände
– Möglichst hohe Softwarequalität und Sicherheitsstandards
– Möglichst hohe Übereinstimmung mit Architekturprinzipien des CIVITAS/CORE
Die Anforderungen an Third-Party Komponenten für die Integration in den CIVITAS/CORE finden sich hier, und die getroffenen Architekturentscheidungen (ADRs) sind hier dokumentiert.
Die Anforderungen an Third-Party Komponenten für die Integration in den CIVITAS/CORE sind hier und sowie getroffene Architekturentscheidungen (ADRs) sind hier dokumentiert.
Auf Basis der Integration von Piveau in CIVITAS/CORE Version 1 wurde die Entscheidung zur Integration von Piveau in den CIVITAS/CORE Version 2 neu bewertet.
Einige funktionale Anforderungen werden durch den vorhandenen Funktionsumfang von Piveau deutlich übererfüllt. Der Leistungsumfang geht in Teilen über die für CIVITAS/CORE definierten Kernanforderungen hinaus.
Gleichzeitig werden andere, für die Community strategisch relevante Anforderungen – insbesondere hinsichtlich Governance-Struktur, langfristiger Wartungs- und Finanzierungsfähigkeit, Architekturprinzipien sowie Betriebsaufwand – nur teilweise erfüllt.
Die Bewertung erfolgte dabei nicht ausschließlich auf funktionaler Ebene, sondern unter Berücksichtigung der langfristigen Zielsetzung von CIVITAS/CORE als souveräne, gemeinschaftlich gesteuerte Basisinfrastruktur.
Vor diesem Hintergrund wurde die Entscheidung getroffen, das Metadatenmanagement in Version 2 neu und eigenständig entlang der Community-Anforderungen umzusetzen.
Die definierten Anforderungen an das Metadatenmanagement werden in CIVITAS/CORE Version 2 gezielt und anforderungsgerecht im Softwarekern implementiert.
CIVITAS/CORE V2 wird die Standard-Schnittstelle für Metadaten anbieten (DCAT-AP DE), sodass Metadaten aus dem CORE einfach abgefragt (= „geharvested”) werden können.
Für Anwendungsfälle mit erweitertem Funktionsbedarf besteht weiterhin die Möglichkeit, Open-Data-Portale wie Piveau, CKAN, DKAN, GeoNetwork oder vergleichbare Lösungen ergänzend zu betreiben. Der CIVITAS/CORE ordnet sich als eine zentrale Metadaten- und Datenquelle ein. Durch die Möglichkeit, Metadaten zu harvesten, wird Doppelarbeit vermieden.
In CIVITAS/CORE Version 1 bleibt Piveau bis zum Ende des Wartungszeitraums (Q2 2027) integriert. Darüber hinaus wird die Migration bestehender Metadaten von CORE V1 auf CORE V2 aktiv unterstützt, um einen strukturierten Übergang sicherzustellen.
Eine spätere erneute Integration von Piveau oder einer anderen externen Komponente ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Voraussetzung hierfür wären klare Synergien in der Anforderungserfüllung, eine nachhaltige Governance- und Wartungsstruktur, sowie tragfähige Grundlagen für eine langfristige, souveräne Nachnutzung im Sinne der Community.